Hochstuhl und Schrittgurt: Warum ein Beckengurt allein nicht reicht

Der gefährlichste Moment am Hochstuhl ist nicht das Kippen, sondern das Durchrutschen. Ein Kind sackt unter dem Beckengurt nach unten, der Gurt liegt dann am Brustkorb oder am Hals. Verhindert wird das nur durch einen Gurt zwischen den Beinen.

Der Schrittgurt hält das Becken auf dem Sitz

Ein Gurt oder ein fester Steg zwischen den Beinen sorgt dafür, dass das Gesäß nicht nach vorn wandern kann. Erst dann wirkt der Beckengurt so, wie er soll. Systeme mit fünf Punkten kombinieren beides und sind für kleine Kinder die richtige Wahl.

Worauf Sie beim Kauf achten

Prüfen Sie, ob ein vollständiges Gurtsystem serienmäßig dabei ist und nicht als Zubehör verkauft wird. Wenn Sie in Übersichten wie https://bright-starts.de/ Sitze und Stühle vergleichen, ist das ein handfestes Kriterium, während Bezugsfarbe und Muster nichts über die Sicherheit sagen.

Die Norm im Hintergrund

Für Hochstühle gilt eine europäische Norm, die in Deutschland als DIN EN 14988 geführt wird. Sie regelt unter anderem Standsicherheit, Rückhaltesystem und Materialanforderungen. Ein Hinweis darauf in der Anleitung ist ein gutes Zeichen, ersetzt aber die eigene Prüfung nicht.

Der Abstoßtritt vom Tisch

Steht der Hochstuhl so am Esstisch, dass das Kind mit den Füßen gegen die Tischkante kommt, kippt der Stuhl nach hinten, sobald es sich abstößt. Halten Sie Abstand oder achten Sie darauf, dass die Füße auf einer Fußstütze stehen.

Diese Punkte prüfen Sie vor jeder Mahlzeit

  • Gurt geschlossen, Schrittgurt eingehängt, Länge angepasst
  • Verriegelungen und Rastungen hörbar eingerastet
  • Stuhl steht auf ebenem Boden, nicht auf einem Teppichrand
  • kein Tischtuch in Reichweite des Kindes
  • Rollen, falls vorhanden, arretiert

Der Stuhl ist kein Aufbewahrungsort

Nach dem Essen gehört das Kind heraus. Je länger es angeschnallt sitzt, desto eher versucht es, sich hochzuziehen oder aufzustehen, und genau daraus entstehen Stürze aus der Höhe.

Beistelltische und Aufsätze

Ein Essbrett verleitet dazu, das Kind daran hochzuziehen oder den Stuhl daran zu tragen. Das Brett ist keine Haltekonstruktion und kann sich lösen. Getragen wird der Stuhl am Gestell und nur ohne Kind.

Aufsitzsitze für den Erwachsenenstuhl

Sitze, die auf einen normalen Stuhl geschnallt werden, sind platzsparend und für unterwegs praktisch. Sie brauchen aber eine feste Verbindung nach unten und nach hinten, einen Schrittgurt und einen Stuhl ohne Polster, der nicht wegrutscht.

Nie unbeaufsichtigt

Kein Gurtsystem ersetzt Aufsicht. Ein Kind im Hochstuhl bleibt in Sichtweite, auch wenn das Telefon klingelt oder die Tür geht.